Wildnisweg

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.

Kohlriedelweg - Wildnis ums Eck im Talkessel von Hardegg

Wer Wildnis erleben möchte, muss in entlegene Gebiete. Doch stimmt das wirklich?

Nicht unbedingt - im Nationalpark Thayatal ist das Erleben von Wildnis seit Kurzem noch einfacher möglich als bisher! Zwischen Weinviertler Tiefebene und der Böhmischen Masse des Waldviertels überrascht der neu eröffnete Kohlriedelweg mit mächtigen Bäumen, einzigartigen Ausblicken und viel Wildnis.

Der neue Weg verbindet die Stadt Hardegg mit dem Nationalparkhaus und erweitert den Hardegger Rundwanderweg. Von Hardegg bis zum Nationalparkhaus überwindet man ungefähr 150 Höhenmeter, puncto Naturerlebnis lässt der Weg nichts zu wünschen übrig.

Wer beim Nationalparkhaus ankommt, startet seine Wanderung über den Kirchensteig nach Hardegg. Ausgehend vom Steinernen Tor der Hardegger Vorstadt führt der neue Weg durch einen heimeligen Hohlweg. Der Weg zweigt rechts in einen wieder zugänglich gemachten Weg ein. Dieser schmiegt sich entlang des von Rotbuchen dominierten Hanges und eröffnet linker Hand wildromantische Ausblicke auf die Stadt & Burg Hardegg. Große Buchen und Totholz zeugen von der Ursprünglichkeit und Natürlichkeit des Waldes.

Sportlich anspruchsvollere Wanderer können den Weg in Hardegg auch erweitern. Vom Uhrturm ausgehend führt der Hardegger Rundwanderweg hinauf zum Reginafelsen und Max Plateau. Die Burg zeigt sich mehrmals und aus verschiedenen Blickwinkeln und auch die Hardegger Vorstadt präsentiert sich von allen Seiten. Die Ausblicke auf den Talkessel von Hardegg sind vielfältig. Die Namensgebung der Stadt wird dabei nachvollziehbar. "Hardegg" stammt von der Bedeutung "Fels im Wald".

Gute Augen erspähen beim Blick auf den Reginafelsen direkt unterm Geländer die Überreste einer Steinmauer im Felsen. Diese Mauer stammt aus wilderen Zeiten. Die ganze Geschichte - der schönen Regina aus der Hardegger Vorstadt - erfährt man bei einem Besuch der Ausstellung im Nationalparkhaus oder in der nahegelegenen Ruine Kaja.

Um den Wildnis-Charakter für Besucher spürbar zu erhalten, wurden am Kohlriedelweg weniger Sicherungsmaßnahmen durchgeführt als bei anderen Wanderwegen. Vorsicht ist daher geboten, speziell bei Unwetter, Sturm oder starkem Wind.


Wilder Wald - wozu?
Im wilden Wald darf Totholz stehen und liegen bleiben. Es speichert Feuchtigkeit und schafft ein angenehmes Mikroklima. Totholz ist Lebensraum für viele Insektenlarven. Prominentestes Beispiel ist der Hirschkäfer. Seine Larve entwickelt sich bis zu sieben Jahre lang in am Waldboden liegenden Eichenstämmen. In einem ungestörten Waldkreislauf fallen Bäume um, schaffen neue Lichtungen, abwechslungsreiche Strukturen und viele Lebensraume und Nischen bringen eine hohe Artenvielfalt hervor. Totholz fördert den Pilzreichtum und erhöht so die Stabilität und Vitalität der Waldlebensräume.

Der neue Kohlriedelweg
  • Der Charakter des Weges lässt sich als wild-idyllisch beschreiben.
  • Einzigartige Ausblicke - wildromantischer Ausblick auf die Burg.
  • Ursprüngliche Wälder am Weg zur Unberührtheit.
  • Abwechslungsreicher Rundwanderweg von 6 Kilometern mit unterschiedlichen Routen.
  • Ideal mit Besuchen im Guckkastenmuseum, der kleinen Galerie oder dem Museum im Zollhaus an der Thayabrücke zu kombinieren.

25.06.2022

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