Zusammenarbeit

Zusammenarbeit

Schon seit Anbeginn ihres Bestehens stimmen die beiden Nationalparks Thayatal und Podyjí ihr Vorgehen in koordinierten Managementplänen miteinander ab. Der aktuelle Plan sieht folgende zentrale Punkte vor, um die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren und als gemeinsames Schutzgebiet von europäischer Bedeutung aufzutreten.

Mitarbeiteraustausch

Das Um und Auf für eine gute Zusammenarbeit ist die Kommunikation zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beiden Nationalparkverwaltungen. Deshalb tauschen einmal im Jahr österreichische und tschechische Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze. Über mehrere Tage arbeiten sie in der jeweils anderen Verwaltung und tauchen so in die internen Prozesse und Abläufe des Nachbarn tiefer ein. Außerdem sieht der neue Managementplan Mitarbeitertage vor, bei denen sich die ganze Belegschaft beider Verwaltungen treffen und austauschen kann. Sprachliche Weiterbildungsmöglichkeiten und Beauftragte, die explizit für die grenzüberschreitende Kommunikation zuständig sind, runden den kooperativen Austausch ab.

Harmonisierung der Forschung

Für den Erfolg des Naturraummanagements sind der Austausch wissenschaftlicher Daten und eine gemeinsame Konzeption von Schutzmaßnahmen Grundvoraussetzung. Daher arbeitet man gerade an der Umsetzung einer gemeinsamen Forschungsstrategie. Für diese soll es einheitliche Standards und Erhebungsmethoden geben, auch werden bestehende Daten vernetzt und in einer internen Datenbank, die beiden Nationalparks zugänglich ist, gesammelt.

Koordiniertes Naturraummanagement

Um den Naturraum weiter zu verbessern, koordinieren sich die beiden Nationalparks insbesondere bei der Bekämpfung invasiver Arten und bei der Reduktion der negativen Einflüsse des Kraftwerks Vranov auf die Gewässerökologie. Dafür wurden zum Beispiel zwei grenzüberschreitende Laichplätze an der Thaya angelegt, es sind Vereinheitlichungen bei den Fischereiregelungen geplant und es gibt Pläne für eine Verbesserung der Schottersituation in der Thaya.

Besucher- und Bildungsangebote erweitern

Vielfältige Aktivitäten und Services bringen den Besuchern den jeweils anderen Nationalpark immer näher. Dazu zählen zusätzliche gemeinsame Veranstaltungen, zwei neue Rundwanderwege, welche Entdeckungen auf beiden Seiten der Thaya ermöglichen sowie zweisprachige Beschilderungen und Besucherinformationen. Außerdem wird die Zusammenarbeit mit den Partnerschulen, die einen internationaleren Charakter bekommen soll, weiter gestärkt. Dafür steht man im Austausch mit den grenzüberschreitenden Nationalparks Bayerischer Wald/Šumava und Sächsische/Böhmische Schweiz.


Unsere gemeinsame Vision


Nationalpark Thayatal / Podyjí


Eine Natur. Zwei Länder. Eine gemeinsame Zukunft.


Die Thaya bildet eine Grenze zwischen Österreich und Tschechien - doch die Natur kennt diese Grenze nicht. Der Nationalpark Thayatal und der Národní park Podyjí schützen gemeinsam eine einzigartige Landschaft, die als zusammenhängender, unteilbarer Naturraum verstanden wird.

Diese gemeinsame Vision ist die Grundlage für die langfristige Entwicklung des Gebietes und prägt die Zusammenarbeit beider Nationalparks bis 2030 und darüber hinaus. Sie verbindet den Schutz natürlicher Prozesse mit einer klaren Verantwortung gegenüber den Menschen, die diesen Raum erleben, nutzen und mitgestalten.

Im Mittelpunkt steht die Natur selbst. Das Thayatal ist geprägt von einer außergewöhnlichen Vielfalt an Lebensräumen, einer hohen Biodiversität und einer dynamischen Landschaftsentwicklung. Auf exponierten Trockenrasen, entlang der kühlen Thaya oder in den naturnahen Wäldern - auf diesen schützenswerten Habitaten tummeln sich nicht nur die bekannten "Big Five" des Thayatals, also Wildkatze, Schwarzstorch, Edelkrebs, Fischotter und Smaragdeidechse, sondern auch eine Vielzahl an weiteren Arten mit hohem ökologischen Wert, die einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität des Gebiets leisten.

Ziel ist es, natürliche Prozesse zu erhalten und ihnen möglichst viel Raum zu geben. Große Teile des Nationalparks sollen sich frei und ohne menschliche Eingriffe entwickeln können. Dort, wo frühere Eingriffe das ökologische Gleichgewicht beeinflusst haben oder wertvolle Lebensräume gefährdet sind, werden gezielte Maßnahmen gesetzt, um natürliche Entwicklungen wiederherzustellen und die Vielfalt zu sichern.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist dabei von zentraler Bedeutung. Beide Nationalparks arbeiten eng zusammen, um gemeinsame Ziele abgestimmt umzusetzen. Diese Kooperation geht über eine bloße Abstimmung hinaus: Sie umfasst gemeinsame Strategien, koordinierte Maßnahmen und einen kontinuierlichen Austausch von Wissen und Erfahrungen. Forschung und Monitoring werden gemeinsam durchgeführt, Managementmaßnahmen werden aufeinander abgestimmt, und administrative Unterschiede werden im Sinne eines gemeinsamen Naturraums überwunden. Auf diese Weise entsteht ein funktionierendes Gesamtsystem, das sich an ökologischen Zusammenhängen und nicht an politischen Grenzen orientiert.

Der Nationalpark ist zugleich ein Ort der Begegnung. Menschen sollen die Möglichkeit haben, die Natur bewusst zu erleben und ihre Zusammenhänge zu verstehen. Durch abgestimmte Besucherangebote, gemeinsame Informationssysteme und grenzüberschreitende Bildungsprogramme wird der Naturraum als Einheit sichtbar und erfahrbar gemacht. Naturerlebnisse fördern das Verständnis für ökologische Prozesse und stärken die Bereitschaft, diese wertvollen Lebensräume langfristig zu schützen.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Vision ist die enge Verbindung zur Region. Die Bevölkerung vor Ort wird als Partnerin und Partner in die Entwicklung des Nationalparks einbezogen. Durch Dialog, Beteiligung und Zusammenarbeit entstehen Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung, die den Schutz der Natur mit der Lebensqualität und Wertschöpfung in der Region verbindet. Gleichzeitig trägt der Nationalpark dazu bei, das gemeinsame Natur- und Kulturerbe sichtbar zu machen und zu bewahren.

Die gemeinsame Vision wird auch nach außen sichtbar vermittelt. Eine klare, abgestimmte Kommunikation sorgt dafür, dass der Nationalpark Thayatal / Podyjí als einheitlicher Naturraum wahrgenommen wird. Durch gemeinsame Botschaften, einheitliche Darstellungen und verständliche Informationen entsteht ein konsistentes Bild dieses grenzüberschreitenden Schutzgebietes.

Der Nationalpark Thayatal / Podyjí steht damit für eine Zukunft, in der Natur verbindet. Gemeinsam leisten Österreich und Tschechien einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und des europäischen Naturerbes. Die Vision ist klar: eine Landschaft, die sich frei entwickeln kann, zwei Länder, die gemeinsam Verantwortung übernehmen, und ein Naturraum, der Menschen über Grenzen hinweg verbindet.

Gemeinsame Publikationen

Die beiden Nationalparks haben bereits etliche gemeinsame Publikationen veröffentlicht. Hier können sie abgerufen werden.

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