Neophyten

Ein Viertel aller in Österreich heimischen Pflanzen zählt zu den Neophyten. Im Nationalpark Thayatal sind es 116 der rund 1.300 ansässigen Pflanzenarten. Das klingt bedrohlich, allerdings zählen auch Rosskastanien, Lupinen oder Nutzpflanzen wie Kartoffeln, Mais oder Tomaten zu diesen "neuen Pflanzen". Per Definition hat man sich darauf geeinigt, all jene Pflanzen als Neophyten zu bezeichnen, die nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 bei uns eingeführt wurden.

Die meisten Neuankömmlinge leben in friedlicher Koexistenz mit den heimischen Pflanzen. Auffällig, also invasiv werden die allerwenigsten. Von 1.000 Arten tanzt in der Regel nur eine aus der Reihe, breitet sich massiv aus, gefährdet die etablierte Flora und damit auch das assoziierte Ökosystem.
Im Nationalpark Thayatal stehen aktuell vier Neophyten auf der "Watchlist", das sind Robinie, Indisches Springkraut, Japanischer Staudenknöterich und Russischer Bärenklau. Diese werden nicht nur beobachtet, sondern mit verschiedenen Methoden auch gezielt bekämpft. Dafür sind Ranger zu Fuß oder - an schwerer zugänglichen Stellen - auch mit dem Boot unterwegs, sie graben Pflanzen noch vor der Samenreife händisch aus oder mähen ganze Bestände, und bringen - wie im Fall der Robinie - invasive Bäume mittels Ringeln der Baumrinde zum Kapitulieren.