Grenzüberschreitender Naturschutz

Die Natur verbindet

"Die Grenze in der Flussmitte trennt Staaten, aber sie teilt keine Ökosysteme." Diese Formulierung findet sich im Vertrag aus dem Jahre 1999, der die Zusammenarbeit der Nationalparks Thayatal und Podyjí festschreibt. So ist es auch mit der Thaya, welche Österreich und Tschechien auf einer Länge von 23,3 (an anderer Stelle steht 26?) Kilometern politisch voneinander trennt, aber naturräumlich miteinander verbindet.

Den gemeinsamen Naturraum schützen

Die Natur unterscheidet sich auf beiden Seiten kaum in Landschaft, Artenzusammensetzung und Beeinflussungsgrad durch den Menschen. Umso wichtiger ist es, dass die beiden Nationalparkverwaltungen über die Grenzen hinweg kooperieren. Möglich wurde dies mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Dank des Engagements der lokalen Bevölkerung entstanden wenig später die Nationalparks Podyjí (1991) und Thayatal (2000). Damit hatten Österreich und Tschechien die Basis gelegt, um das einmalige Natur- und Kulturerbe des Thayatals gemeinsam zu schützen.

Schriftliches Bekenntnis zur Kooperation

Am 15. Juli 1999 unterschrieben die zuständigen Minister Österreichs und der Tschechischen Republik, Martin Bartenstein und Miloš Kužvart, sowie der Landeshauptmann von Niederösterreich, Erwin Pröll, eine Deklaration über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der beiden Nationalparks.

Die Zusammenarbeit in der Praxis

Seither sind es die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Nationalparkverwaltungen, die das schriftliche Bekenntnis tagtäglich in die Praxis umsetzen und stetig intensivieren.
Bereits bei der Erstellung des ersten Managementplanes stimmte man die Ziele beider Seiten miteinander ab und richtete die bilaterale Thayatalkommission ein, um die Interessen der tschechischen und österreichischen Nationalparkregion zu harmonisieren. Regelmäßige Treffen zwischen Direktoren und Belegschaft gehören dazu, um grenzüberschreitende Projekte zu planen und umzusetzen. Die Bandbreite reicht von der Erstellung zweisprachiger Kinderwörterbücher, die Durchführung gemeinsamer Exkursionen, die Erforschung von Flora und Fauna bis hin zu Errichtung gemeinsamer Brücken.

Die Nationalparks wachsen zusammen

Am Alten Badeplatz bei Hardegg gab es einst eine Brücke, von der heute nur noch vermodernde Holzstücke zeugen. Das soll sich nun ändern. Die beiden Nationalparks wollen zwei Hängebrücken errichten, eine am Alten Badeplatz und eine im Bereich der Einsiedlerwiese. Zwei neue Rundwanderwege, die über diese Brücken führen werden, lassen die beiden Schutzgebiete noch weiter zusammenwachsen.

Zertifizierungen

Die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Nationalpark Thayatal und Podyjí wird regelmäßig von externen Prüfern kontrolliert und zertifiziert. Verbesserungsvorschläge werden umgesetzt und gewährleisten, dass sich die Kooperation kontinuierlich intensiviert.
Die beiden Schutzgebiete verfügen etwa über Wildniszertifizierungen sowie das Europa Diplom und sind zertifizierte EUROPARC Transboundary Parcs. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Österreich und Tschechien kommt dabei genauso zum Ausdruck wie die Bedeutung als Schutzgebiet auf gesamteuropäischer Ebene.
Die Nationalparke Thayatal-Podyji sind Teil des EUROPARC Transboundary Parcs - Netzwerk gemeinsam mit 10 weiteren solcher grenzüberschreitenden Schutzgebieten.

IUCN - Anerkennung

Die Einstufung durch die IUCN als Nationalpark ist so etwas wie ein Qualitätssiegel für Schutzgebiete.

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Europadiplom des Europarates

Der Národni park Podyjí erhielt das Europadiplom im Jahr 2000, das Thayatal folgte 2003.

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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit - EUROPARC

Die Zusammenarbeit der beiden Nationalparks, Thayatal und Podyjí, wurde von EUROPARC als ausgezeichnet bewertet.

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