Ingrid Kircher berichtet über ihre ehrenamtliche Mitarbeit im Nationalpark
Letzten Sommer beim Heurigen erzählte mir eine Freundin ganz begeistert von ihrer Ausbildung zur Rangerin im Nationalpark Thayatal. Dann las ich auf der Nationalpark-Website vom neuen Seni-or Ranger Programm für Personen über 50, die sich im Nationalpark einbringen wollen. Die Idee, Menschen, die eine sinnstiftende Betätigung im Naturschutzbereich suchen, anzusprechen und in den Nationalparkbetrieb einzubinden, stieß bei mir auf großes Interesse. Nach einem Informati-onstag für die insgesamt 25 Bewerberinnen und Bewerber im November 2024 freute ich mich sehr, als ich erfuhr, dass ich unter den 15 "Auserwählten" mit vielfältigem Hintergrund (Lehrtätigkeit, Kulturvermittlung, Weinbau, Militär, IT, etc.) und unterschiedlichsten Interessen bin.
Schon als Kind war ich gerne in der Natur. Meine liebsten Kindheitserinnerungen: Spaziergänge im Wald in Tirol mit Oma und Tante. Als junge Frau brachte mich mein Wunsch, mehr von der Welt kennenzulernen, nach Kalifornien. Nach meinem Studium begann ich dort zunächst ehrenamtlich und dann beruflich bei regionalen Naturschutzorganisationen und bei Greenpeace zu arbeiten.
Die folgenden Jahrzehnte war ich für NGOs wie Amnesty International und Ärzte ohne Grenzen sowie die Vereinten Nationen im Menschenrechts- und humanitären Bereich mit Einsätzen in so unterschiedlichen Ländern wie Afghanistan, Jemen, El Salvador, Haiti, Myanmar, Äthiopien und Südsudan tätig. Ich war immer wieder beeindruckt, wie die Menschen in entlegenen Gebieten schonend und nachhaltig die kargen Ressourcen nutzten, wie z.B. Nomaden, die mit ihren Herden zu Wasser- und Weideplätzen unterwegs waren.
Seit rund zehn Jahren lebe ich wieder ganz in Österreich und verbringe mit meinem Mann viel Zeit in unserem nahe der Thaya gelegenen Lehmhaus mit Garten im Weinviertel.
Unser zukünftiges Aufgabengebiet als Senior Ranger ist vielfältig. Wir werden den Nationalpark bei Veranstaltungen unterstützen, bei Arbeitseinsätzen in der Natur mitanpacken, als Multiplikatoren der Nationalparkidee mitwirken und vielleicht sogar eigene Projektvorhaben umsetzen. Bei unse-rem ersten Arbeitseinsatz Anfang Februar galt es, einen Abschnitt des Thaya-Ufers von Müll, den das Hochwasser im Herbst 2024 hinterlassen hatte, zu reinigen. Es kam einiges zusammen - von Plastik über Glasflaschen und Drähte bis hin zu Reifenteilen und sogar einem Kanalgitter.
Im Gegenzug erhalten wir eine fundierte, naturkundliche Ausbildung. Diese gibt mir die Gelegen-heit, mehr zu lernen (Geologie, Fährtenlesen, Vogelkunde, Botanik, …) als auch praktisch tätig zu sein. Bei unserem ersten Ausbildungstag unter dem Motto "Der Green Canyon Österreichs" am 18. Jänner gefiel mir die Mischung von Theorie und Praxis besonders gut. Auf Präsentationen folgte bei einer Wanderung durch den Raureifwald im Nationalpark spannende und kompetente Wissens-vermittlung durch Experten, welche die zahlreichen Fragen der Teilnehmenden beantworteten: Was zeichnet einen "guten" Wald aus? Wie vermehren sich Bäume? Welche Bäume kommen mit der zunehmenden Trockenheit am besten zurecht? Ein Höhepunkt war die Sichtung von Seeadlern, die ihre Kreise über der Thaya zogen. - Ich bin schon gespannt wie es weitergeht und freue mich auf unsere nächsten Aktivitäten!
22.02.2025
Schon als Kind war ich gerne in der Natur. Meine liebsten Kindheitserinnerungen: Spaziergänge im Wald in Tirol mit Oma und Tante. Als junge Frau brachte mich mein Wunsch, mehr von der Welt kennenzulernen, nach Kalifornien. Nach meinem Studium begann ich dort zunächst ehrenamtlich und dann beruflich bei regionalen Naturschutzorganisationen und bei Greenpeace zu arbeiten.
Die folgenden Jahrzehnte war ich für NGOs wie Amnesty International und Ärzte ohne Grenzen sowie die Vereinten Nationen im Menschenrechts- und humanitären Bereich mit Einsätzen in so unterschiedlichen Ländern wie Afghanistan, Jemen, El Salvador, Haiti, Myanmar, Äthiopien und Südsudan tätig. Ich war immer wieder beeindruckt, wie die Menschen in entlegenen Gebieten schonend und nachhaltig die kargen Ressourcen nutzten, wie z.B. Nomaden, die mit ihren Herden zu Wasser- und Weideplätzen unterwegs waren.
Seit rund zehn Jahren lebe ich wieder ganz in Österreich und verbringe mit meinem Mann viel Zeit in unserem nahe der Thaya gelegenen Lehmhaus mit Garten im Weinviertel.
Unser zukünftiges Aufgabengebiet als Senior Ranger ist vielfältig. Wir werden den Nationalpark bei Veranstaltungen unterstützen, bei Arbeitseinsätzen in der Natur mitanpacken, als Multiplikatoren der Nationalparkidee mitwirken und vielleicht sogar eigene Projektvorhaben umsetzen. Bei unse-rem ersten Arbeitseinsatz Anfang Februar galt es, einen Abschnitt des Thaya-Ufers von Müll, den das Hochwasser im Herbst 2024 hinterlassen hatte, zu reinigen. Es kam einiges zusammen - von Plastik über Glasflaschen und Drähte bis hin zu Reifenteilen und sogar einem Kanalgitter.
Im Gegenzug erhalten wir eine fundierte, naturkundliche Ausbildung. Diese gibt mir die Gelegen-heit, mehr zu lernen (Geologie, Fährtenlesen, Vogelkunde, Botanik, …) als auch praktisch tätig zu sein. Bei unserem ersten Ausbildungstag unter dem Motto "Der Green Canyon Österreichs" am 18. Jänner gefiel mir die Mischung von Theorie und Praxis besonders gut. Auf Präsentationen folgte bei einer Wanderung durch den Raureifwald im Nationalpark spannende und kompetente Wissens-vermittlung durch Experten, welche die zahlreichen Fragen der Teilnehmenden beantworteten: Was zeichnet einen "guten" Wald aus? Wie vermehren sich Bäume? Welche Bäume kommen mit der zunehmenden Trockenheit am besten zurecht? Ein Höhepunkt war die Sichtung von Seeadlern, die ihre Kreise über der Thaya zogen. - Ich bin schon gespannt wie es weitergeht und freue mich auf unsere nächsten Aktivitäten!
22.02.2025

