Präsentation Wildfire-CE-Plattform und weiterer Projektergebnisse im Nationalpark Thayatal - ein Projektbericht

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
Am 26. Mai 2026 fand im Nationalpark Thayatal in Hardegg ein grenzüberschreitender Workshop des Projekts Wildfire CE statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Waldbrandprävention, der internationale Erfahrungsaustausch sowie die Entwicklung gemeinsamer Aktionspläne für die Grenzregionen Österreichs und Tschechiens. Teilgenommen haben Experten aus den Bereichen Naturschutz, Krisenmanagement, Feuerwehr- und Rettungswesen sowie Vertreter von Forschungseinrichtungen.

Zu Beginn wurden die Teilnehmer:innen über den aktuellen Stand des Projekts Wildfire CE informiert. Ziel des Projektes ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Bewertung und dem Management von Waldbrandrisiken in Mitteleuropa zu stärken. Damit reagiert das Projekt auf die steigende Waldbrandgefahr infolge des Klimawandels und den wachsenden Bedarf an einer engen Zusammenarbeit zwischen Behörden, Einsatzorganisationen und Forschungseinrichtungen.

Ein Schwerpunkt des Workshops war die Vorstellung der Wildfire-CE-Plattform durch Jakub Dvořák von CzechGlobe. Die Plattform bietet umfangreiche Kartenebenen, Geodaten und Informationen, die bei der Waldbrandprävention sowie bei der Einsatzplanung in grenzüberschreitenden Regionen unterstützen. Darüber hinaus wurden weitere Projektergebnisse präsentiert, darunter Waldbrandrisikokarten, Modelle zur Simulation des Brandverhaltens sowie Werkzeuge und Grundlagen für die Erstellung gemeinsamer Aktionspläne.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt widmete sich dem kontrollierten Brennen ("Prescribed Burning") als Instrument der Prävention und des Landschaftsmanagements. Lenka Reiterová vom Nationalpark Podyjí stellte Erfahrungen aus Tschechien vor und präsentierte Praxisbeispiele aus den Gebieten Havraníky und Hnanice. Dabei wurden sowohl die Vorbereitung und Durchführung der Maßnahmen als auch deren wissenschaftliche Begleitung, das Monitoring sowie die Zusammenarbeit mit Feuerwehren erläutert. Zudem wurden die positiven Auswirkungen auf den Erhalt wertvoller Steppen- und Waldsteppenlebensräume aufgezeigt.

Im Anschluss berichtete Katrin Kuhnen von der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) über Erfahrungen mit kontrolliertem Brennen in Österreich. Im Fokus standen die Reduktion brennbarer Biomasse, die Ausbildung von Einsatzkräften sowie die Gewinnung wichtiger Erkenntnisse über das Brandverhalten. Dabei wurde besonders die Bedeutung der Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschung und praktischer Anwendung hervorgehoben.
Den Abschluss des Workshops bildete die Diskussion zur Entwicklung regionaler Aktionspläne. Gemeinsam wurden zentrale Handlungsfelder in den Bereichen Kommunikation, Datenaustausch, Einsatzplanung und gemeinsame Schulungen definiert. Die daraus entstehenden Aktionspläne sollen künftig als Grundlage für eine koordinierte Waldbrandprävention und ein effektives Waldbrandmanagement in den grenzüberschreitenden Regionen dienen.

Präsentationen

• Neuigkeiten aus dem Projekt Wildfire CE - Harald Vacik (BOKU)
• Wildfire-CE-Plattform - Jakub Dvořák (CzechGlobe)
• Kontrolliertes Brennen in Tschechien - Lenka Reiterová (Nationalpark Podyjí)
• Kontrolliertes Brennen in Österreich - Katrin Kuhnen (Universität für
Bodenkultur Wien)
• Aktionspläne im Projekt Wildfire CE - Harald Vacik (BOKU) und Martina
Sálová (CENIA)
02.06.2026