Fledermausforschung im Fokus

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
Die Fledermausforschung im Nationalpark Thayatal wird 2025 und 2026 im Rahmen des Projekts BIKOS intensiv fortgesetzt. Ziel ist es, die Artenvielfalt und die Nutzung unterschiedlicher Lebensräume durch Fledermäuse noch besser zu verstehen. Dazu werden ausgewählte Standorte früherer Untersuchungen erneut beprobt und mit modernen Methoden untersucht.

An fünf Sommerabenden führte Fledermaus-Experte Markus Milchram mit seinen Kolleg:innen bereits Netzfänge an repräsentativen Standorten im Nationalpark durch. Dabei konnten zahlreiche Individuen von insgesamt 7 Arten festgestellt werden, darunter auch die Nymphenfledermaus, ein sogenannter Urwaldzeiger. Die Netzfänge ermöglichen eine sichere Bestimmung der Arten und liefern wertvolle Informationen über Vorkommen und Lebensraumnutzung.

Ergänzend dazu werden verschiedene Lebensräume - von Auwäldern über Buchen- und Eichenwälder bis hin zu Gewässerufern - mit sogenannten Batcordern überwacht. Diese speziellen Aufnahmegeräte erfassen die Ultraschallrufe der Fledermäuse während der Nacht. "Die Kombination aus Netzfang und akustischem Monitoring ermöglicht uns einen umfassenden Einblick in die Fledermausfauna des Nationalparks und liefert wichtige Grundlagen für den Schutz dieser faszinierenden Säugetiere", erklärt Nationalpark-Biologe Julian Haider.

Eine besonders erfreuliche Beobachtung gelang bei der Kontrolle der Burgruine Kaja: Dort konnten insgesamt 90 Individuen der Kleinen Hufeisennase nachgewiesen werden. Bemerkenswert war dabei, dass die gesamte Populationsstruktur vertreten war - von Jungtieren über trächtige beziehungsweise säugende Weibchen bis hin zu Männchen. "Dieser Nachweis unterstreicht eindrucksvoll die herausragende Bedeutung der Burgruine Kaja als Quartier und den hohen Lebensraumwert des Nationalparks Thayatal für diese europaweit geschützte Fledermausart", berichtet Haider.

Die aktuellen Untersuchungen zeigen außerdem, wie wertvoll das Thayatal für Fledermäuse ist. Durch die Kombination verschiedener Forschungsmethoden entsteht ein immer genaueres Bild der heimischen Artenvielfalt. Dieses Wissen hilft dabei, Lebensräume zu erhalten und die Tiere auch in Zukunft wirksam zu schützen.

Wer nun ebenfalls Lust hat, die flinken Säugetiere näher kennenzulernen, kann bei unserer Veranstaltung "Ein Abend unter Fledermäusen" am 29. August in die faszinierende Welt der Nachtjäger eintauchen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: https://www.np-thayatal.at/de/pages/events-ein-abend-unter-fledermaeusen-229.aspx
02.07.2026