Nationalparkrangerin - the long and winding road

Angefangen hat alles mit dem Flachs-Workshop. Da lernte ich Silvia kennen, eine Thayatal-Nationalparkrangerin. Beim Flachsspinnen und -weben erzählt man sich so dies und das, unter anderem vom Ausbildungslehrgang im Nationalpark. Ich Rangerin? Andererseits, warum nicht? Den Národní Park Podyjí, der tschechischen großen Bruder, war mir schon gut bekannt, da ich ja direkt an seiner Grenze in Havraníky wohne. Den Nationalpark Thayatal hatte ich erst ein paar Mal besucht. Also, Bewerbung, und tatsächlich durfte ich als "Rangerlehrling" die Ausbildung beginnen.

Mit 15 Kolleginnen und Kollegen ging es am 25. Februar 2023 auch schon los: Erstes Kennenlernen, Exkursion in den "Wilden" Nationalpark. Viele Ausbildungstage folgten. Wir lernten Bäume und Sträucher kennen, typische Waldgesellschaften, geologische Grundlagen, Botanik, Zoologie und Naturraummanagement. Wir planten Touren und frischten unsere Erste Hilfe- Kenntnisse auf. Die ganze Vielfalt des Nationalparks Thayatal wurde uns nähergebracht, wir wanderten und lernten, wir spielten und lasen Fährten. Und wir hatten viel Spaß.
Bis zur ersten Zwischenprüfung. Jetzt wurde es aber ernst. Wie groß ist der Nationalpark, wann wurde die Thayabrücke gebaut, aus welchem Gestein besteht der Reginafelsen, wann ist die Paarungszeit der Wildkatze, warum ist der Nationalpark so artenreich? Fragen über Fragen!
Danach kam gleich noch Wache und Jagdgesetz, Survival und Ornithologie, Nationalparkpädagogik, Mikroskopieren und Tümpeln. Ein Ausbildungswochenende arrangierten die tschechischen NationalparkrangerInnen im Národní Park Podyjí, inklusive Abendgestaltung mit Essen, Trinken, Gitarre und Gesang im Nationalparkhaus in Havraníky.

So ein Prozess schweißt zusammen. Sechzehn Leute mit den verschiedensten Lebensgeschichten, jung und etwas älter, verschiedenstem beruflichen Background - Jagd, Architektur, Ökologie, Kunst, Therapie, Schule, Fotografie und mehr. Und jede/r trug was bei: Kaffee kochen, Kekse mitbringen, Mut machen, tolle Fotos in die WhatsApp-Gruppe stellen, Zuhören. Aus KollegInnen wurden Freunde, aus Freunden eine Familie. So eine Familie braucht natürlich auch Oberhäupter, die sagen wo's lang geht, die Organisieren und Planen, leiten und lenken: Claudia Waitzbauer und Christian Übl. Danke Euch dafür! Dieser Dank gilt auch allen im Nationalparkhaus, die geduldig auf unsere vielen Fragen antworteten. Auch unsere Familien hatten einiges mit uns auszuhalten, hie und da war ein leises Murren zu vernehmen, doch die Unterstützung war groß.
Der richtige Aufreger kam am Ende: die dreiteilige Abschlussprüfung (Führungskonzept, schriftliche Prüfung, Prüfungsführung). Alle haben bestanden und jetzt freuen sich sechzehn frischgebackenen RangerInnen auf euren Besuch!
20.06.2024

Nationalpark Thayatal Blog