Die Anreise durch den frühherbstlichen Laubwald hinunter zum Fluss war beeindruckend, das Farbenspiel der Blätter überaus intensiv. Ob ich mir vorstellen könnte einen Podcast über den Nationalpark Thayatal zu moderieren? Die Antwort war selbstverständlich ja. Denn spannender als einen Podcast zu hören ist, einen solchen mitgestalten zu dürfen. Und selbst als Ranger in den Donauauen tätig, gibt einen der eigene Nationalpark nur selten frei. So ergab sich eine gute Gelegenheit liebe KollegInnen zu treffen und wieder einmal das Thayatal zu besuchen. Beim Einsiedler angekommen, erkannte ich einen Ort, den ich zuletzt vor Jahrzehnten unter einer dicken Schneedecke, bei klirrender Kälte erlebt hatte. Die Grenze zur Tschechoslowakei war noch geschlossen und damals begleitete mich den ganzen kurzen Tag über diese Eiserner Vorhang-Stimmung, ein Gefühl, das jüngeren Generationen kaum authentisch zu vermitteln ist. Während des entspannten, einstündigen Gesprächs mit Christian Übl und Claudia Waitzbauer erfuhr ich erstaunliche Fakten über den Nationalpark Thayatal, die mir nicht bekannt waren. Insbesondere die hohe Zahl das Totholz bewohnender Käfer- und Pilzarten erstaunte mich. Und natürlich das vielfältige Angebot an Exkursionen und Projekttagen. Podcasts liegen zurzeit nicht nur im Trend, sie sind das ideale Medium, um sich umfassend auf eine Wanderung oder sogar einen längeren Aufenthalt im Nationalpark vorzubereiten. Eine wichtige Erkenntnis dieses Tages nahm ich mit auf die Heimfahrt: es zahlt sich wirklich aus, öfter mal über die Grenzen des eigenen Nationalparks hinausschauen! Zum Beispiel im Winter.
02.10.2024
02.10.2024

