Mein Herz für die Wildkatzen im Thayatal

Ingomar Hofbauer, Tierarzt für die Wildkatzen, über seine Erlebnisse im Nationalpark Thayatal

Mein Weg zum Betreuungstierarzt im Nationalpark Thayatal und zu Frieda & Carlo war ein ungewöhnlicher. Ein Anruf von Direktor Christian Übl brachte mich zunächst auf die Bühne: Für ein Fest gestalteten wir in unserer Freizeit kurze Theaterszenen über Johann Georg Grasl. Dies war ein großer Spaß für das Publikum.

Mit den ersten Wildkatzennachweisen im Thayatal wurde ein Gehege errichtet, und Frieda & Carlo zogen ein. Zu meiner Freude wurde ich als Betreuungstierarzt angefragt. Seither besuche ich die Tiere regelmäßig, beobachte Verhalten und Erscheinungsbild und kontrolliere Futter, Wasser und Umfeld. Parasitenbehandlung, Impfungen und nötige medizinische Eingriffe gehören ebenfalls dazu.

Für Behandlungen nutzen wir eine spezielle Vorrichtung zwischen Innen- und Außengehege, die es ermöglicht, die Tiere stressarm und ohne direkten Kontakt zu versorgen. Dabei achten wir stets darauf, Eingriffe nur gezielt und schonend durchzuführen.

Der fachliche Austausch, etwa mit Projekten im Nationalpark Hainich, wo Korridore zwischen Waldgebieten errichtet werden oder im französischen Jura, wo eine Auffangstation für verletzte Wildtiere betrieben wird, ist dabei besonders wertvoll.
Seit meiner Kindheit kenne ich das Thayatal und schätze seine Ruhe und Landschaft sehr. Die Besuche sind für mich nicht nur eine Aufgabe, sondern auch eine persönliche Auszeit, verbunden mit vielen schönen Erinnerungen an Wanderungen mit meinem Vater durch Flur und Wald. Nun kann ich das Thayatal auch im Ruhestand besonders bewusst genießen.
10.04.2026

Nationalpark Thayatal Blog