Die Natur hat sich im Nationalpark Thayatal gegen einen ökologischen Fischbesatz durchgesetzt. Von Günther Gratzl, Nationalpark-Fischereiausschussmitglied
Die Thaya wirkt auf den ersten Blick unberührt. Doch die tschechischen Kraftwerke Vranov (1934) und Znojmo (1966) haben den Fluss stark verändert. Tägliche Wasserstandsschwankungen lassen den Durchfluss kurzfristig auf 15-30 m³/s ansteigen, danach fällt das Wasser wieder ab - Uferbereiche trocknen zeitweise aus. Das abgelassene vier Grad kalte Tiefenwasser verwandelte die einst wärmere Barbenregion in eine Forellen-Äschenregion. Gleichzeitig fehlt durch das Aufstauen Grobschotter, während Feinsedimente schlammige Zonen entstehen lassen. Geeignete Laichplätze wurden immer seltener.
Der Nationalpark setzte daher auf Verbesserungen des Lebensraums: Reduzierung des Schwallbetriebes, Erhalt von Totholzstrukturen, Schaffung künstlicher Laichplätze und Versuche mit Brutboxen. Zudem wurden Bachforellen aus dem Kleinen Kamp 2012 nachgezüchtet und bis 2024 insgesamt 86.440 Jungfische eingesetzt.
Eine umfangreiche Bestandserhebung 2024 sowie genetische Analysen von 60 Bachforellen brachten jedoch Überraschendes: Die untersuchten Fische zeigen eine klar atlantische Abstammung; der genetische Einfluss der ausgesetzten donaustämmigen Forellen ist minimal bis nicht vorhanden. Gleichzeitig weist der aktuelle Bestand eine lehrbuchmäßige Entwicklung und makellose Fischqualität auf.
Resümee:
Der natürliche Bestand hat sich trotz Prädatoren wie Kormoran, Fischotter und Gänsesäger positiv entwickelt - dank reduzierten Schwallbetriebs, intakter Ufer, Totholzstrukturen, Wasserpflanzen und ausreichender Laichhabitate. Die Besatzmaßnahmen hingegen haben keine nachweisbare Wirkung gezeigt und sollten eingestellt werden. In Gewässern mit stabiler natürlicher Reproduktion ist Fischbesatz grundsätzlich kontraproduktiv.
10.02.2026
Die Thaya wirkt auf den ersten Blick unberührt. Doch die tschechischen Kraftwerke Vranov (1934) und Znojmo (1966) haben den Fluss stark verändert. Tägliche Wasserstandsschwankungen lassen den Durchfluss kurzfristig auf 15-30 m³/s ansteigen, danach fällt das Wasser wieder ab - Uferbereiche trocknen zeitweise aus. Das abgelassene vier Grad kalte Tiefenwasser verwandelte die einst wärmere Barbenregion in eine Forellen-Äschenregion. Gleichzeitig fehlt durch das Aufstauen Grobschotter, während Feinsedimente schlammige Zonen entstehen lassen. Geeignete Laichplätze wurden immer seltener.
Der Nationalpark setzte daher auf Verbesserungen des Lebensraums: Reduzierung des Schwallbetriebes, Erhalt von Totholzstrukturen, Schaffung künstlicher Laichplätze und Versuche mit Brutboxen. Zudem wurden Bachforellen aus dem Kleinen Kamp 2012 nachgezüchtet und bis 2024 insgesamt 86.440 Jungfische eingesetzt.
Eine umfangreiche Bestandserhebung 2024 sowie genetische Analysen von 60 Bachforellen brachten jedoch Überraschendes: Die untersuchten Fische zeigen eine klar atlantische Abstammung; der genetische Einfluss der ausgesetzten donaustämmigen Forellen ist minimal bis nicht vorhanden. Gleichzeitig weist der aktuelle Bestand eine lehrbuchmäßige Entwicklung und makellose Fischqualität auf.
Resümee:
Der natürliche Bestand hat sich trotz Prädatoren wie Kormoran, Fischotter und Gänsesäger positiv entwickelt - dank reduzierten Schwallbetriebs, intakter Ufer, Totholzstrukturen, Wasserpflanzen und ausreichender Laichhabitate. Die Besatzmaßnahmen hingegen haben keine nachweisbare Wirkung gezeigt und sollten eingestellt werden. In Gewässern mit stabiler natürlicher Reproduktion ist Fischbesatz grundsätzlich kontraproduktiv.
10.02.2026

