50 Jahre grenzüberschreitende Forschung

Fachkonferenz zur grenzüberschreitenden Naturschutzforschung im Thayatal


Znojmo / Hardegg, 26. Oktober 2021 - Die Direktoren der Nationalparks Podyjí und Thayatal haben eine aktualisierte Fassung der Vereinbarung über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Naturschutz im Thayatal unterzeichnet. Die feierliche Unterzeichnung fand in der vergangenen Woche als Höhepunkt der Konferenz "In gemeinsame Richtung" im Schloss Vranov statt.


Die gemeinsame Fachkonferenz wurde anlässlich des dreißigjährigen Bestehens des Národní park Podyjí auf tschechischer und des zwanzigjährigen Bestehens des Nationalparks Thayatal auf österreichischer Seite durchgeführt. Mehr als hundert Experten, Vertreter von Kommunalverwaltungen und gemeinnützigen Organisationen diskutierten über die Vergangenheit und die Zukunft des Schutzes des grenzüberschreitenden Nationalparks.

"Die beiden Nationalparks an der Thaya in Tschechien und Österreich feierten mit der Fachkonferenz 'In gemeinsamer Richtung' ein bedeutendes Jubiläum. Zwanzig Jahre direkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit der beiden Verwaltungen zeigen, dass unterschiedliche Herangehensweisen nicht zu Konflikten führen müssen, sondern zu einer gegenseitigen Bereicherung", sagt Tomáš Rothröckl, Direktor der Nationalparkverwaltung Podyjí.


Erneuerung der Vereinbarung über die Zusammenarbeit zum Schutz des Thayatals
Die im Rahmen der Konferenz abgeschlossene Vereinbarung knüpft an das bestehende Dokument von 2015 an und legt gemeinsame Ziele, Ansatzpunkte und Grundsätze für die Pflege des grenzüberschreitenden Territoriums fest. Darin verpflichteten sich beide Nationalparkverwaltungen, den Schutz ungestörter Naturprozesse und natürlicher Biodiversität zu gewährleisten oder eine Pflege zu fördern, die nicht im Widerspruch zu ihren Naturschutzzielen steht und auch weitere Ziele wie Forschung und Bildung, Erholung sowie traditionelle Landnutzung berücksichtigt.


Gemeinsam an einem Strang ziehen
Das langfristige Ziel beider Verwaltungen ist der Schutz des Thayatals, welches als eine vollständige und unteilbare Natureinheit gesehen wird. Beide Nationalparks haben das Ziel, einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt des Natur- und Kulturerbes Europas zu leisten. Gemäß der Vereinbarung, welche die einzelnen Aspekte der Arbeit der Nationalparks detailliert analysiert, basiert der Schutz des Thayatals auf zwei Grundprinzipien: Der freien Entwicklung der Natur sowie die Partnerschaft mit den Menschen der Region und den Besucherinnen und Besuchern.

"Die Entstehungsgeschichte und die weitere Entwicklung des Schutzgebietes an der Thaya ist von guter Zusammenarbeit geprägt. Die beiden Nationalparkverwaltungen schützen einen gemeinsamen Naturraum, darum arbeiten wir zusammen und bemühen uns gemeinsam um die besten Lösungen im Sinne des Naturschutzes. Für Besucher sind wir ein Ort grenzüberschreitender Begegnungen." hebt der österreichische Nationalparkdirektor Christian Übl die gute Qualität der Zusammenarbeit hervor.

Beide Nationalparkverwaltungen stellen aktuell ihre Managamentpläne fertig. Diese beschreiben, wie in den nächsten zehn Jahren die Natur des Thayatals geschützt und gefördert wird. Darüber hinaus werden Grundlagen und Maßnahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit festgelegt, diese wird in den kommenden Jahren weiter intensiviert.

Die Teilnehmer der Konferenz beschäftigten sich in drei verschiedenen Sektionen mit spezifischen Themen des Naturschutzes Podyjí. Die erste konzentrierte sich auf Pflanzen und Tiere, die im Thayatal leben. Die zweite konzentrierte sich direkt auf die Thaya, ihre Nebenflüsse, aber auch auf die Bewirtschaftung von Teichen im Nationalpark Podyjí. Der dritte Abschnitt befasste sich mit den Menschen, die als Besucher in das Schutzgebiet kommen oder hier dauerhaft leben.


Die Ergebnisse der Konferenz werden demnächst auf der Website des Nationalparks Podyjí verfügbar sein. Auch die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins Thayensia widmet sich den Ergebnissen der Konferenz.


Die Konferenz wurde finanziert aus dem Projekt "Gemeinsam 50" (KPF-02-202) im Rahmen des INTERREG V-A Programms Österreich - Tschechien.

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