Wiesenpflege leicht gemacht

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
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Robert Stejskal, Entomologe im Nationalpark Podyjí, über den hohen Naturschutzwert und die Schönheit der Offenlandschaften

Sobald die Rede vom Nationalpark Thayatal-Podyjí ist, denken die meisten Besucher an den tief unten im Tal gelegenen Fluss Thaya, der von einem bewaldeten Tal umgeben ist. Aber nur wenige wissen, dass die Landschaft auch mit vielen Wiesen, Steppen, Weiden und anderen grasbewachsenen Lebensräumen geschmückt ist. Obwohl Wiesen nur einen kleinen Teil der Gesamtfläche des Nationalparks ausmachen, erhöhen sie die Artenvielfalt des Gebiets erheblich und verdienen daher gebührend Aufmerksamkeit.
Die Perlen unter den grasbewachsenen Lebensräumen sind die Talwiesen entlang der Thaya. Dies sind alte Wiesen, die im Mittelalter anstelle der ursprünglichen Auenwälder entstanden sind bzw als solche erhalten wurden. Diese Wiesen sind insofern einzigartig, als wir beispielsweise noch den sonst verschwundenen Schwarzen Apollo (Parnassius mnemosyne) antreffen können. Eine fortlaufende Untersuchung der Insekten ergab auch, dass über 600 Käferarten auf den Wiesen leben.
Die meisten Wiesen von Podyjí werden aufgrund des erstklassigen, duftenden Heus gepflegt. Trockene Steppenbestände eignen sich jedoch besser zur Beweidung. Die Heide von Havraníky ist eines der wichtigsten Beispiele für Weideflächen in der Region Podyjí. Ihre Geschichte ist noch älter als die der Talwiesen. Nachdem die ursprünglichen Eichenwälder ausgedünnt worden waren, wurden die trockenen Wiesen und Heiden Jahrhundertelang von Nutztieren beweidet, wodurch eine spezifische Kulturlandschaft entstanden ist. Heute helfen Schafherden, aber auch die erste Gruppe von Exmoor-Ponys, sie zu erhalten. Die Ponys finden dort optimale Lebensbedingungen und wir haben weniger Arbeit. Ich besuche diese Heide regelmäßig und bin immer wieder erstaut, wie sie sich bei jedem Besuch von einer ganz anderen Seite zeigt. Im Frühling etwa, ist sie mit Kuhschellen überflutet, im Sommer ist die Heide das vielfältige Königreich der Insekten und im Winter lässt der Raureif die kahlen Büsche und alten Grashorste wie verzaubert in der Lanschaft ruhen.


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