Wer hat Lust auf Türkenbund-Kuchen?

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
Während die ersten Wiesen gemäht sind und bereits Heugeruch in der sommerlich heißen Luft liegt, erstrahlt im Schatten der Thayatal-Wälder gerade die Türkenbund-Lilie in ihrer ganzen Pracht!
Wer im Laufe des Sommers im Hochgebirge unterwegs sein sollte, braucht sich jedoch nicht zu wundern, auch dort auf den Türkenbund zu stoßen. Die anmutige Pflanze ist nämlich sehr anpassungsfähig. In tieferen Lagen, wie im Thayatal, zieht sie es vor, sich in kühl, schattige Buchen- und Mischwälder zurückzuziehen, während sie in der Höhe - bis in 2.000 Meter kommt sie vor - auf lichtreichen Gebirgswiesen zu finden ist.
Der zarte Duft des Türkenbunds - unbedingt daran riechen! - intensiviert sich in der Dämmerung und nachts. Der Grund dafür ist leicht erklärt: Die Pflanze hat es auf Nachtschwärmer, im wahrsten Sinne des Wortes abgesehen. Auf den nach unten hängenden Blüten finden nämlich die meisten Nektar suchenden Insekten keinen Halt. Dafür braucht es Spezialisten. Einige Schmetterlingsarten, darunter vor allem die (Nacht)Schwärmer schaffen es, im Flug stehend mit ihrem langen Rüssel an den süßen Nektar zu gelangen.
Woher der Name der Pflanze rührt, ist gewissermaßen selbsterklärend. Weniger bekannt, dürfte aber die ehemalige Liaison des Türkenbundes mit dem Gugelhupf sein. In alten Wiener Kochbüchern aus dem späten 17. Jahrhundert ist oftmals noch vom Türkenbund-Kuchen oder Bund-Kuchen die Rede. Gemeint ist der Gugelhupf, der viele mit seiner turbanartigen Form an die schöne Sommerpflanze erinnert haben dürfte.
Jetzt ist in jedem Fall die richtige Zeit, um die Türkenbund-Lilie im Nationalpark Thayatal aus nächster Nähe zu beobachten! Und wollen wir wetten? - Ihr bekommt dabei sicher Lust auf Gugelhupf ;)

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