Nach der großen "Flut" nun die große Hitze

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
2013 wird vermutlich als ein Jahr der Extremen eingehen. Zuerst gigantische Wassermassen und nun schmachten wir in einem scheinbaren Endlos-Hoch bei zeitweiligen Temperaturen an die 40 Grad.
Das geht natürlich auch an der Natur nicht spurlos vorüber. Der im Frühsommer noch gischtende Kajabach hat sich zurückverwandelt in ein Rinnsal. Die Thaya führt längst nicht mehr Hochwasser, sondern hat sich nun auf ihrem typischen Sommerniveau - abhängig natürlich auch von den Ablassmengen des Kraftwerks Vranov - eingependelt.
Auch die Vegetation bekommt die Trockenheit zu spüren. "Die oberste Bodenschicht ist staubtrocken", sagt NP Thayatal Förster Wolfgang Riener.



Noch ist aber genug Feuchtigkeit in tiefer liegenden Bodenschichten vorhanden. Trocknet der Boden weiter aus, können sich zumindest die Laubbäume gut schützen. Sie ziehen die Feuchtigkeit aus ihren Blättern ab, die darauf verwelken und abfallen. Dieser vorgezogene Laubabwurf kann ihr Überleben sichern! Und die Knospen fürs kommende Jahr sind jetzt schon gebildet, somit steht dem nächsten Laubaustrieb nichs im Wege.
Ein schwierigeres Los haben dagegen die Nadelbäume gezogen - derer es im NP Thayatal aber von Haus aus nur wenige gibt. Die einmal vergilbten Nadeln können nicht so leicht nachgebildet werden und der Borkenkäfer klopft wieder an. Von der Hitze geschwächte Nadelbäume fallen ihm wesentlich leichter zum Opfer.
"Durch die Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr immens an. Deswegen auf keinen Fall rauchen", appelliert Wolfgang Riener und ergänzt: "Im Moment würde schon eine Glasscherbe oder eine Dose ausreichen, um einen Brand auszulösen!"



Trotzdem ist gerade der Thayatal Wald dieser Tage wie eine kleine Erfrischungs-Oase, denn hier ist es momentan immer noch am kühlsten. Wer jedoch auf Tierbeobachtungen hofft, der sollte früh am Morgen unterwegs sein. Tagsüber ruhen die Tiere an schattigen, kühlen Plätzen.
Wie matt die Hitze macht, dass bekommen wir ja selber zu spüren. Geeicht auf 36,5 Grad Celsius, kommt unsere Körpertemperatur-Regulierungsmaschinerie ab etwa 35 Grad ins "Schwitzen". Erwärmen ist für den Körper nämlich leichter als Kühlen. Wenn dann auch noch die Luftfeuchtigkeit steigt und der Schweiß nicht mehr verdunstet, wird's überhaupt kritisch. Deswegen gilt gerade nur eine Devise: Ab in den Schatten!

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