Mission completed!

Wer kennt sie nicht die reifen Früchte, die beim Zusammendrücken platzen, wodurch die im Inneren befindlichen Samen in einem Umkreis von bis zu drei Metern verstreut werden? Wenn nicht gerade menschliche "Geburtshilfe" im Spiel ist, sind es Regentropfen, die diesen Schleudermechanismus auslösen. Und wem ist er zu eigen? Dem "Rühr-mich-nicht-an" bzw. dem Echten oder Großen Springkraut, einer gelb blühenden Pflanze, die gut im Schatten der Sommerwälder gedeiht. Auch im NP Thayatal.
Mehr Schlagzeilen als dieses heimische Springkraut macht in den letzten Jahren aber das rosa blühende Drüsige Springkraut. Die ehemals aus Indien stammende Pflanze wurde im 19. Jahrhundert in Nordamerika und Europa eingebürgert und ist deshalb per Definition ein Neophyt. Prinzipiell ist gegen Neophyten nichts einzuwenden, denn die meisten von ihnen - wie auch bei den 116 Neophyten im NP Thayatal  der Fall - sind völlig harmlos und stellen oft eine Bereicherung für die heimische Flora dar. Aber manche von ihnen treiben es zu bunt, das Drüsige Springkraut ist eines von diesen Rabauken. In kürzester Zeit erreicht es Wuchshöhen von über zwei Metern, die Stängel sind massiv und die Bestände verbreiten sich explosionsartig. Die Samen werden bis zu sieben Meter weit geschleudert und andere Pflanzenarten, die eine nicht so effektive Ausbreitungsstrategie haben, geraten dadurch leicht ins Hintertreffen.



Während in vielen Gegenden Österreichs das Drüsige Springkraut nach wie vor ein wahres Problem ist, hat der NP Thayatal, der die ausbreitungsfreudige Pflanze erstmals 1995 entdeckte, frühzeitig die Notbremse gezogen. Im Thayatal besiedelte das Drüsige Springkraut die Ufer der Thaya und breitete sich bis 2001 rasant aus. Über eine Länge von 1,3 Kilometern bildete die Pflanze einen fast geschlossenen Bestand, dessen Breite zwischen zwei und 20 Metern variierte. Doch dieses eintönige Bild ist längst Vergangenheit.
Gemeinsam mit den Kollegen des angrenzenden tschechischen Nationalparks machten sich die Nationalpark-Mitarbeiter daran, das invasive Kraut einzudämmen. Die Bestände wurden vor dem Ausfallen der Samen gemäht oder oft in mühevoller Arbeit händisch ausgerissen. Schon 2004 verbesserte sich dadurch die Lage, seit 2008 sind nur mehr Kontrollgänge nötig, um die eine oder andere Einzelpflanze auszureißen.
Mission completed!
21.07.2013

Nationalpark Thayatal Blog