Erdscheibe und Schweinebrot

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
Gut erkennbar ist das Alpenveilchen an seiner markanten Blüte.
Schon ab Juni können ihre Blüten aus dem Unterwuchs der Thayatal Wälder aufblitzen und bis in den Oktober hinein lassen sie sich bewundern. Zart pink bis dunkelrosa sind die nickenden Blüten gefärbt, deren einzelne Blütenblätter aber steil nach oben zeigen. Unverwechselbar nicht nur wegen der markanten Blüte, sondern weil sie bei uns die einzige Art ihrer Gattung ist und ihr Name für Verwirrung sorgt. Cyclamen purpurascens, das Europäische Alpenveilchen, kann zwar bis in Höhen von 2.000 Metern vorkommen, bei uns ist die Art aber keine typische Alpenpflanze, sondern findet sich viel eher im Unterwuchs kalkhaltiger Laub- und Mischwälder. Mit der Familie der Veilchen (Violaceae) hat die Pflanze übrigens auch nichts am Hut, sie wird von Botanikern vielmehr zu den Primeln (Primulaceae) gezählt.




Mehr Logik steckt dagegen im wissenschaftlichen Gattungsnamen. Cyclamen leitet sich vom griechischen Wort "kyklos" ab, was so viel bedeutet wie "Kreis" und auf die großen, kugeligen Kapselfrüchte der Pflanze hinweist. Auch die früher im Volksmund gebräuchlichen Namen Erdscheibe und Seubrod (= Schweinebrot) transportieren mehr Informationsgehalt: Sie verweisen auf die Knolle, das unterirdische Speicherorgan des Alpenveilchens, das bei Wildschweinen beliebt ist. Erstaunlicherweise nehmen diese keinen Schaden vom Verzehr der für Menschen etwa hochgiftigen Knolle. Schon 0,3 Gramm wären für uns tödlich. Deswegen heißt es auch Schweinebrot und nicht Menschenbrot!

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