Eine dicke "Haut"

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
Mittlerweile geben sich die Laubwälder eher von ihrer kahlen Seite, so auch im NP Thayatal. Aber mit ein bisschen Übung kann man die einzelnen Baumarten auch anhand ihrer Rinde voneinander unterscheiden.
Eichen, wenn sie mal über das Jugendstadium hinausgewachsen sind, sprich nach ungefähr 30 Jahren, bilden eine "dicke Haut", also eine ganz markante Borke aus. Sie reißt auf und entwickelt die typischen längs- und tiefgefurchten Einschnitte.
Vergleichbar mit unserer Haut besteht die Borke aus abgestorbenen Zellen, den Korkzellen, die den Baum vor Hitze, Kälte, Wasserverlust und Schädlingen jeglicher Art schützen. Letzteren machen vor allem die in der Rinde enthaltenen Gerbstoffe den Garaus.
Insofern verwundert es nicht, dass die Kräuterheilkunde auf die Rinde der Eiche zurückgreift, um Hautprobleme zu behandeln. Die Gerbstoffe in der Rinde - erhältlich in der Apotheke - entfalten als Tee, Umschlag oder Badezusatz ihre Kraft. Die zusammenziehende Wirkung der Gerbstoffe "gerbt bzw. härtet" gewissermaßen die Haut, damit wird Bakterien der Nährboden entzogen. Später, so die Kräuterexpertin Miriam Wiegele in ihrem Buch "ABC der Kräuter- Heilkunde", wird diese "gegerbte" Haut abgestoßen, um neuem, gesunden Gewebe Platz zu machen.
Die Natur hat auf alles eine Antwort bzw. für alle Wehwehchen was parat!

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