Die Durchlaufposten des Waldes

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
Mal erstrahlen sie saftig grün, mal geben sie sich fahl und matt. In zarten Schichten oder in üppigen Polstern überziehen sie Borken und Steine.
Moose sind im NP Thayatal allgegenwärtig und helfen mit den Wasserhaushalt der Thayatal-Wälder zu regulieren. Für starke Niederschläge fungieren sie als Zwischenspeicher, d. h. das Überschuss-Wasser fließt nicht einfach ungenutzt ab, sondern wird schwammartig aufgesogen und später portionsweise wieder abgegeben.
Das bewahrt den Waldboden vor dem Austrocknen.

Dabei agieren sie ganz und gar uneigennützig ;). Denn paradoxerweise haben Moose auf ihren eigenen Wasserhaushalt kaum einen Einfluss!
Moose nehmen Wasser ausschließlich aus der Luft bzw. durch Niederschläge auf. Wurzeln und Wasserleitungssysteme wie sie für "höhere Pflanzen" typisch sind, besitzen sie nämlich gar nicht. Alles, was sie haben, um sich an Borken, Steinen und anderen festen Unterlagen festzuklammern, sind zarte Zellfäden, sogenannte Rhizoide. Wasser können sie über diese allerdings nicht aufnehmen. Vom Boden her kann das kostbare Nass also nicht nachgeliefert werden. Zudem fehlt den Moosblättchen eine schützende Wachsschicht, um die Verdunstung zu kontrollieren.
Moose sind also die Durchlaufposten des Waldes! Wasser kommt rein und geht wieder raus, je nach Außenbedarf. Ihre eigenen H2O-Bedürfnisse stellen sie dabei ganz hinten an, ein "Gibt-es-noch-genug-für-morgen-Denken" kennen sie nicht. Praktischerweise - die Natur ist schon durchdacht - sind Moose dazu in der Lage selbst lange Trockenperioden gut zu überdauern. Wenn sie schon längst das letzte Quäntchen Wasser abgegeben haben, harren sie matt und trocken darauf, bis der nächste Regen kommt. Damit sie dann wieder in Aktion treten können! Ein Hoch auf die "niederen Pflanzen" unseres Florenreiches :)

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