Achtung, ein Imitator ist unterwegs!

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
Wer momentan den NP Thayatal besucht, wird mit Sicherheit auf einen "luftigen Imitator" stoßen. Die Weißfleck-Widderchen beherrschen gerade den Luftraum des Nationalparks. Juni, Juli ist ihre Zeit, dann tanzen die frisch geschlüpften Falter durch die Luft und suchen eifrig nach einem Partner.
Hoffentlich finden sie auch den richtigen und bandeln nicht versehentlich mit einem Veränderlichen Widderchen an. Beide heißen zwar Widderchen, aber nur bei einem der beiden handelt es sich tatsächlich um ein Widderchen.
Das Veränderliche Widderchen ist das "richtige" Widderchen, während das Weißfleck-Widderchen eigentlich zur Familie der Bärenspinner zählt. Eine gewiefte Familie, wie man anmerken muss, denn sie nutzen gekonnt die Vorteile der "echten" Widderchen. Die "echten" verfügen nämlich über einen Fraßschutz, sprich sie sind giftig und deshalb kein begehrtes Fressen bei Vögeln und anderen Schmetterlings-Liebhabern.
Anstatt nun selbst einen Fraßschutz zu produzieren, sparen sich das die "falschen" Widderchen. Sie verfolgen eine effektivere Strategie. Sie imitieren ganz einfach die Veränderlichen Widderchen in ihrem Aussehen und geben nur vor giftig zu sein! So kommen sie mit weniger Aufwand zum gleichen Ergebnis: nicht gefressen zu werden ;)
Wer genau schaut, kann aber dennoch ein paar kleine Unterschiede entdecken: Die Antennenspitzen des "falschen" Weißfleck-Widderchens sind weiß und nicht verdickt, der schwarzblaue Hinterleib ist durchbrochen von zwei gelben Bändern. Beim "echten" Veränderlichen Widderchen findet sich dagegen nur ein gelber (oder roter) Streifen am Hinterleib und die Antennenspitzen sind verdickt und schwarz.
Und, schon einen Imitator gesichtet?

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