Nationalpark Thayatal

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2082 Hardegg
Österreich

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Sommerfrische


Besucherinfo | Stadt Hardegg
 

Anreise im Bus
Anreise im Bus
Anreise im Bus
War das Wirtschaftsleben in Hardegg im 19. Jahrhundert vorwiegend durch Tuchmacherei und Kleinhandel geprägt, so belebte gegen Ende des 19. Jahrhunderts neben der Perlmuttdrechslerei vor allem der beginnende Fremdenverkehr das Wirtschaftsleben.

Bereits 1905 konstituierte sich der Verschönerungsverein, heute Fremdenverkehrsverein der Stadt Hardegg, der mit finanzieller und aktiver Hilfe der schon seit 1875 hier anwesenden Sommergäste und des Österreichischen Touristenclubs Promenaden und Aussichtswege anlegen und markieren ließ, sowie die Aufstellung von Ruhebänken und Tischen veranlasste. 1906 beschloss man, einen Tennisplatz zu errichten, dem später sogar ein zweiter folgte. Leider wurden diese Sportanlagen nach dem Zweiten Weltkrieg in Baugründe umgewandelt und geschleift. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit erlebte die Sommerfrische Hardegg eine Hochblüte (in den 30er-Jahren betrugen die jährlichen Nächtigungszahlen nach Aufzeichnungen des Fremdenverkehrsvereins um die 30.000). Für die Hardegger war es damals üblich im Sommer auf den Dachboden zu ziehen, um möglichst alle verfügbaren Räume vermieten zu können.
 

Einladung zum Tanz
Ansicht eines historischen Plakates - Einladung zum Tanz
Einladung zum Tanz

Große Namen in einer kleinen Stadt

Eine Reihe sehr bekannter Künstler, wie Franz Lcdwinka und Paul Roczek, beide (zu verschiedenen Zeiten) Professoren am Mozarteum in Salzburg, die Kammersängerin Ruthilde Boesch Mervier und die (Film )SchauspielerInnen Kurt Meisl, Nina Sandt und Marianne Schönauer, fühlten sich als Sommergäste in Hardegg stets sehr wohl. Vermutlich verbrachte auch Viktor Kaplan, der Erfinder der nach ihm benannten Turbine, einen Sommer in Hardegg.

Für die Entwicklung des Fremdenverkehrs darf auch die Bedeutung der "Hardegg - Schleimbacher - Gemeinde" nicht übersehen werden. Dabei handelte es sich um eine Vereinigung begeisterter Hardegger Sommerfrischler, deren Familien seit Anbeginn des Fremdenverkehrs Jahr für Jahr ihren Urlaub in dem verträumt romantischen Städtchen verbrachten, die sich eigene Satzungen gaben, ihre (Privat)Bürgermeister wählten und ihre Mitglieder - ähnlich den Schlaraffen - mit eigenen Namen versahen. Sie gaben eine humoristische Zeitung für ihre Mitglieder heraus, und zahlreiche Veranstaltungen sorgten im Sommer in Hardegg, im Winter dann in Wien dafür, die Feriengäste von Hardegg in besonderer Weise an diesen Ort zu binden. Das Künstlerehepaar Welleba (in Hardegg besser unter ihren Schleimbacher Namen als "Peterl" und "Susimama" bekannt) - Rudolf Welleba war akademischer Maler - machte sich dabei zusammen mit den geistvollen Stegreifpoeten Dr. Theodor Held und Viktor Mack besonders verdient.

Den Besuchern gefiel diese angenehme Art des Lebens, und sie verbrachten nicht nur ein paar Tage hier, sondern blieben gleich den ganzen Sommer über. In der kleinen Stadt standen 500 Betten bereit, um allen Gästen Platz zu geben. Für diese Art des Nebenerwerbs räumten die Hardegger Bewohner ihr Schlafzimmer und zogen auf den Dachboden. Dank der vielen Gäste war für ein gesundes Wirtschaftsleben gesorgt. Drei Gasthäuser, eine Konditorei, drei Kaufleute, zwei Fleischhauer und Selcher, zwei Bäckereien, drei Pensionen und zahlreiche Händler bäuerlicher Produkte sorgten für das Wohlergehen der Gäste.