Nationalpark Thayatal

Nationalparkhaus
2082 Hardegg
Österreich

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Blick vom Rabenfelsen auf die Thaya mit Bunter Schwertlilie im Vordergrund
 
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NP Podyjí


Der Nationalpark
 

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit



Anders als etwa in Hochgebirgen liegt die Staatsgrenze zwischen Österreich und Tschechien und damit die Grenze der beiden Nationalparks über weite Strecken an der tiefsten Stelle mitten in der Thaya. Aber auch im Kirchenwald oder bei den Turmfelsen ist die Grenze in der Natur keine Zäsur.
Weil es hier keine natürlichen Barrieren gibt, wie etwa hohe Gebirgszüge, unterscheiden sich die beiden Seiten kaum in Landschaft, Arteninventar oder Einflüssen durch den Menschen. Umso wichtiger ist es gerade für diese Nationalparks, über die Grenze hinweg zusammenzuarbeiten.
 
 

Sprachbarrieren



Dies mag nicht immer ganz einfach sein, Sprachbarrieren sind nicht so leicht zu überwinden, doch für die Entwicklung der Nationalparks ist es unumgänglich. Unter diesen Voraussetzungen haben sich die beiden Verwaltungen von Anbeginn zusammengesetzt und gemeinsame Zielsetzungen für das künftige Nationalparkmanagement ausgearbeitet.

Dies ist schon deshalb nicht immer leicht, weil etwa die organisatorischen Rahmenbedingungen unterschiedlich sind. Der österreichische Nationalpark Thayatal ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, der Národní park Podyjí ist eine Dienststelle des tschechischen Umweltministeriums. Der Nationalpark Thayatal hat eine schlanke Verwaltungsstruktur, im Nationalpark Podyjí wurde der frühere Forstbetrieb Teil der Nationalparkverwaltung. In manchen Bestimmungen, etwa im Nutzungsverbot ist das NÖ Nationalparkgesetz viel deutlicher als das tschechische. Das erleichtert oder erschwert manche Maßnahmen.
 

Einheitliches Management



Deshalb sind manchmal die Managementmaßnahmen nicht ganz gleich lautend. Aber die beiden Verwaltungen haben sich darauf geeinigt, gemeinsame Ziele zu definieren, die jede Seite innerhalb von 10 Jahren nach ihren gesetzlichen Vorgaben erreichen soll.

Diese generellen Ziele sind
  • die Besonderheiten des Naturraumes zu erhalten und weiterzuentwickeln sowie die Artenvielfalt und die Selbstregulation zu fördern;

  • die negativen Auswirkungen historischer und aktueller Eingriffe durch den Menschen, insbesondere in den Wäldern und auf die Thaya, zu beseitigen oder abzuschwächen;

  • Naturerleben und Erholungsmöglichkeiten zu bieten;

  • die Lebensqualität für die Bewohner der Nationalparkregion und die Besucher der Nationalparks zu heben und damit direkt und indirekt die wirtschaftliche Situation in der Region zu verbessern;

  • durch Forschung die Kenntnisse über die Zusammenhänge natürlicher Kreisläufe zu vertiefen und durch wissenschaftliche Beobachtung die Auswirkungen der Maßnahmen zu überprüfen;

  • in Zukunft verstärkt in der Öffentlichkeit als EIN GEMEINSAMER NATIONALPARK in zwei Staaten aufzutreten.

 
 

Logo Nationalpark Podyjí

Ein Kraftwerk als Hindernis



Ein großes grenzüberschreitendes Anliegen konnte bisher nicht erfüllt werden. Seit Jahren bemühen sich beide Verwaltungen, allen voran die tschechische, eine für das Ökosystem der Thaya verträgliche Betriebsordnung für das Kraftwerk Vranov zu erreichen. Weder die derzeitige Mindestwasserführung noch der Schwellbetrieb stehen in Einklang mit einem naturnahen Gewässer.

Auch bei der Fischerei gab es nur kleine Verbesserungen. So hat Österreich die Fischerei auf ca. 80 % der Flusslänge eingestellt, die Regeln wurden erheblich verschärft (Fischereizeiten, Entnahme). Tschechien hat diese bisher nur für die Grenzstrecke übernommen. Außerhalb dieses gemeinsamen Bereiches gelten nach wie vor wesentlich lockere Regelungen.
 

Internationales Vorbild



Seit 2008 gibt es auf tschechischer Seite erstmals jagdliche Ruhegebiete, die auch auf die seit Jahren bestehenden österreichischen Ruhegebiete abgestimmt sind.

International gilt das Projekt "Grenzüberschreitender Nationalpark Thayatal-Podyjí" als gelungenes Modell für die Zusammenarbeit und wird gerne als Beispiel zitiert oder von Experten besucht.


www.nppodyji.cz