Naturraummanagement
Natur
Ziele
Wichtigste Ziele eines Nationalparks (IUCN, 1994 und 1999) sind der Artenschutz und der Erhalt der genetischen Vielfalt, der Erhalt der Wohlfahrtswirkungen der Umwelt sowie Tourismus und Erholung. Daneben gelten als nachrangige Ziele wissenschaftliche Forschung, Schutz der Wildnis, Schutz bestimmter natürlicher/kultureller Erscheinungen und Bildung.
Um die Managementmaßnahmen klar zuordnen zu können, werden Schutzgebiete, also auch Nationalparks, häufig in Zonen eingeteilt. Die IUCN legt fest, dass mindestens 75% der Fläche eines Schutzgebietes dem Hauptziel entsprechend verwaltet werden. Im Nationalpark Thayatal sind dies der Artenschutz, der Erhalt der genetischen Vielfalt und Erholung.
Zonierung
Die Verordnung über den Nationalpark Thayatal hat drei Zonen ausgewiesen. Die in den einzelnen Zonen zulässigen Maßnahmen sind im NÖ Nationalparkgesetz beschrieben:
- Die Naturzone, in der auf über 90 %(!) der Gesamtfläche auf Dauer jeder wirtschaftliche Eingriff verboten ist
- Die Naturzone mit Managementmaßnahmen, in der auf Wiesen und in den strukturreichen Waldrändern auch in Hinkunft naturschutzkonforme Maßnahmen durchgeführt werden können, wie z.B. die Pflegemahd der Wiesen zum Erhalt wertvoller waldfreier Ökosysteme
- Die Außenzone mit Bauwerken wie die historische Burgruine Kaja, um den Erhalt solcher Objekte zu sichern.
Auswirkungen früherer Nutzungen
In vielen Gebieten, die heute Nationalparks sind, hat der Mensch früher die natürlichen Ressourcen mehr oder weniger intensiv genutzt. So gab es bei Inkrafttreten der Nationalparkverordnung in rund 25 % der Waldbestände nicht standortheimische oder standortgerechte Baumarten. Um diese Veränderungen zu beseitigen, räumt das Nationalparkgesetz im Einklang mit den Kriterien der IUCN eine Übergangsfrist ein, innerhalb der diese Maßnahmen abzuschließen sind. Im Nationalpark Thayatal betragen diese Fristen je nach Gebiet fünf, zehn oder fünfzehn Jahre (Verordnung über den Nationalpark Thayatal, 2000).
