Nationalparks inspirieren

Nationalpark Thayatal im Frühlingskleid, Umlaufberg, Flussmäander, Headerbild für Aktuelle Nachrichten.
alte eiche

jahrhunderte sind vergangen und du,
stehst noch immer hier
breitest deine äste aus
dem boden entgegen
als hätten deine schultern
sich dem alter gebeugt
als wolltest du der erde näher sein
die dir so lange mutter war
(katharina rogenhofer)


So nahm Katarina Rogenhofer die große alte Eiche wahr, die mitten auf der Umlaufwiese steht, als sie im Sommer ihr Literaturstipendium im Nationalpark Thayatal absolvierte. Dieser Baum ist ausladend, markant, einprägsam. Er steht unweit der Thaya, früher unmittelbar neben dem Weg und bleibt Vorbeikommenden immer in Erinnerung. Heute schützt ein Zaun rundum die Eiche die Wanderer vor Ästen, die herunter fallen könnten. Schöner wär's freilich ohne Zaun. Für Katharina Rogenhofer ist der Zaun aber bedeutungslos. Unsichtbar möchte man meinen, nur die alte Eiche betrachtete sie und zog sie ihn ihren Bann. Die alte Eiche ganz allein.
Zwei Wochen lang war Katharina Rogenhofer als Medienstipendiatin im Nationalpark Thayatal zu Gast. Ihr Ansinnen war, hier ein wenig zur Ruhe zu kommen und die Natur auf sich wirken zu lassen. Kraft zu tanken und sich von der Einzigartigkeit des Nationalparkwaldes inspirieren zu lassen. So traf es sich gut, als sie feststellte, dass ihr Mobiltelefon in Hardegg nur an erhöhten Orten Empfang hatte.
Ob es ihr gelungen ist, ihren Alltag los zu lassen, sich zurück zu lehnen und inspirieren zu lassen? Ihre Gedichte sind poetische Zeugen ihres kreativen Prozesses ihres Aufenthalts in der "Abgeschiedenheit" im Sommer 2022:
Ecopoetry (PDF)

ruhig gleitender fluss
die gedanken ziehen
mit der strömung
folgen dem schwalbenschwarm, der
trinkend
kraft schöpft
für schnell
wechselnde
flugbahnen
des alltags
(katharina rogenhofer)


Diese schnell wechselnden Flugbahnen des Alltags bekam auch unsere Fotografie-Stipendiatin Hannah Gillyzu spüren, als sie schon nach wenigen Tagen ihren Aufenthalt unvorhergesehen unterbrechen musste. Sie war im September dieses Jahres in Hardegg um ihre Eindrücke des Nationalparks mit der Kamera festzuhalten. Trotz der kurzen Zeit, die sie hatte um sich auf die Einzigartigkeit der Landschaft einzulassen, ist es ihr gelungen, die Schönheit von Details und die stille Schönheit der Spätsommerstimmung im Thayatal einzufangen.
Fotostrecke (PDF)

Einen Kurzbesuch haben dem Nationalpark auch Patrik Holzapfel und Ivana Miloš abgestattet. Sie haben die Flechten des Thayatals besonders beeindruckt!
Wörter für die Welt da draußen (PDF)


Die Arbeiten, die aus den Medienstipendien in den Österreichischen Nationalparks entstanden sind, finden Sie auf der Homepage von Nationalparks Austria.
20.12.2022

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