Nationalpark Thayatal

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Nationalpark Thayatal
 
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Nature for Future - Biodiversität im Fokus des Jahres 2021


Nationalpark Thayatal | Aktuelles


Trockenrasen überm Flusstal der Thaya. Vielfalt an Lebensräumen schafft Vielfalt an Arten.
Blick übers Tal. Im Vordergrund Trockenrasenblumen, im Hintergrund das Flusstal der Thaya mit seinen gewundenen Flussschleifen.
Trockenrasen überm Flusstal der Thaya. Vielfalt an Lebensräumen schafft Vielfalt an Arten.
Unter dem Schlagwort "Natur des Jahres" sind heuer gleich mehrere Arten nominiert, die im Nationalpark Thayatal anzutreffen sind.

Wissenschafter und Naturschützer nominieren jedes Jahr sogenannte "Arten des Jahres" um Bewusstsein für bestimmte Arten und ihre Lebensräume zu schaffen. Nicht nur gefährdete oder bedrohte Tiere und Pflanzen finden sich darunter, sondern auch "Allerweltsarten" wie die Mauerflechte (Lecanora muralis). Diese wurde heuer als Flechte des Jahres nominiert, um auf die Veränderung von Lebensräumen hinzuweisen. Auch dem Girlitz (Serinus serinus) begegnet man in unseren Gärten. Zumindest dann, wenn diese vielfältig und reich an Wildsamen sind. Sein Bestand ist in den letzten Jahren aber dramatisch zurückgegangen. Mit seiner Nominierung als Vogel des Jahres 2021 möchte Birldlife auf den Verlust strukturreicher Lebensräume aufmerksam machen, die der Girlitz zum Leben braucht.
Andere Arten sind uns unbekannt, lassen uns aber staunen. Heuer schafft das die Spinne des Jahres, der Zweihöcker-Spinnenfresser. Als "Pirat" unter den Spinnen (engl. Pirate spider) baut sie keine Netze, sondern täuscht anderen Spinnen vor, eine Beute sei ins Netz gegangen … . Wie die Geschichte weitergeht, ist leicht zu erraten. Die Erbauerin des Netzes wird selbst erbeutet und ausgesaugt. Brave Netzbauerin, böse Piratin sind dennoch keine zulässigen Charakterisierungen in der Ökologie.
Gleich mehrere der Arten des Jahres 2021 kommen im Nationalpark Thayatal vor. Neben der bereits erwähnten Mauerflechte und dem Girlitz, dessen Bestand von den Gärten in Hardegg und Merkersdorf bis in den Nationalpark Thayatal reicht, sind viele der prominenten Tiere des Jahres 2021 auch im Thayatal vertreten. Die Mopsfledermaus ist eine häufige Fledermaus-Art in den Wäldern des Nationalparks, sie nutzt neben alten Baumstämmen auch die Felshöhlen zum Überwintern. Die Äsche profitiert von der kühlen Temperatur der Thaya unterhalb des Staudamms in Frain. Allerdings setzen der Kraftwerksbetrieb und die Kormorane im Winter die Fischart ziemlich unter Druck. , Die Zauneidechse ist auf den sonnigen Trockenrasen und Waldrändern zu finden. Im Bereich des Umlaufberges werden die Felsrasen allerdings von der Smaragdeidechse dominiert, die beiden Arten kommen nur selten gemeinsam vor. Die Dänische Eintagsfliege bewohnt die Fugnitz, den Kajabach und die Thaya. Zwischen Mai und September wandelt sie sich von der Larve zur Fliege und begibt sich auf Hochzeitsflug über dem Gewässer. Der Große Wiesenknopf mit ihren dunklen Blütenköpfen ist eine der zahlreichen schönen Wiesenblumen im Bereich der Großen Umlaufwiese. Diese wurde vor Gründung des Nationalparks über lange Zeit nicht mehr gemäht und war bereits stark verbracht. Durch das Mähmanagement der Nationalparkverwaltung konnte wieder ein vielfältiger Wiesenbestand etabliert werden. Der Siebenschläfer ist ein typischer Bewohner unserer heimischen Wälder, er ist nicht als gefährdet eingestuft. Im Nationalpark Thayatal mit seinem vielfältigen Waldtypen findet er einen reich gedeckten Tisch und viele Unterschlupfmöglichkeiten vor. Vor allem in der Nacht sind seine Rufe zu hören. Auch in der Stadt Hardegg ist er häufig, hier bewohnt er die Dachböden und alte Keller. Das Sparrige Kranzmoos ist eine Moosart, die für einen Nationalpark nicht typisch ist. Sie kommt vor allem in gut bewässerten Rasen vor. Im Nationalpark Thayatal ist es randlich in den Thayawiesen zu finden und auch bei der etwas häufiger gemähten Spielwiese beim Nationalparkhaus. Auch fremdländische Arten kommen im Nationalparkgebiet vor: der Asiatische Harlekin-Marienkäfer hat bei seiner Ausbreitung dengrenzüberschreitenden grünen Canyon entdeckt.
Der Nationalpark Thayatal hat sich mit dem heurigen Jahresthema "Nature for Future" zum Ziel gesetzt, die Bedeutung der Biodiversität verstärkt in den Fokus zu rücken. Wir werden daher auch auf unserer Homepage über manche dieser Arten im kommenden Jahr berichten.