Nationalpark Thayatal

Nationalparkhaus
2082 Hardegg
Österreich

T +43 (0) 2949 / 7005 - 0
F +43 (0) 2949 / 7005 - 50

office@np-thayatal.at
www.np-thayatal.at


Copyrights:
Webdesign Wien Perfectweb
Grafik & Design werbewerkstatt retz
Menu
Nationalpark Thayatal
 
Instagram   Twitter   Google Plus   Facebook
Schriftgröße    A   A   A

Erster Schwarzstorch im Nationalpark Thayatal gesichtet


Nationalpark Thayatal | Aktuelles


Seit Jahrzehnten brütet der Schwarzstorch im Thayatal bei Hardegg. Heuer konnte das erste Exemplar am 25. März gesichtet werden. Interessantes zum Schwarzstorch erfahren Sie hier.

Seit Jahrzehnten brütet der Schwarzstorch im Thayatal bei Hardegg. Der scheue Waldbewohner bevorzugt ruhige, unzugängliche Seitentäler für die Anlage seines Horstes. Die Thaya und die naturnahen Wälder bieten geeignete Horstbäume und ausreichend Nahrung für die Aufzucht seiner Jungen. Da im Winter nicht genug Nahrung zur Verfügung steht, begeben sich die Tiere Ende August auf ihre Reise in ihre Winterquartiere. Nun ist der erste Schwarzstorch ins Thayatal zurückgekehrt.

Jedes Jahr Mitte März blicken die Nationalparkmitarbeiter bei ihren Außeneinsätzen mit gespannter Aufmerksamkeit in den Himmel. Gilt es doch die erste Schwarzstorch-Sichtung zu melden. Dieses Jahr konnte Nationalparkmitarbeiter Michael Vsetecka am 25. März bei einer Kontrolle der Wanderwege den ersten Schwarzstorch beobachten. Die Freude über die erste Sichtung ist groß, ist die Ankunft des Schwarzstorchs doch als Zeichen der Rückkehr des Frühlings im Thayatal zu sehen.

Das Gebiet der beiden Nationalparks beherbergt sechs bis sieben Schwarzstorch-Reviere, in Österreich sind ca. 150 bis 300 Brutpaare. Der Bruterfolg im Thayatal ist allerdings von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Schwarzstörche führen zumeist eine monogame Beziehung, sie kehren immer wieder in ihr Brutrevier zurück. Die Horstplätze werden häufig auch gewechselt, im grenzüberschreitenden Nationalpark Thayatal-Podyjí geschieht dies auch über die Staatsgrenze hinweg. Aus Telemetrie-Untersuchungen in Tschechien weiß man, dass Schwarzstorchpaare ihren Winteraufenthalt im Süden voneinander getrennt verbringen. Sie treffen sich nach einer über ein halbes Jahr andauernden "Beziehungspause" wieder am Horstplatz. Zumeist kommen die Männchen etwas früher zurück und warten auf "ihre" Weibchen. Nach der Rückkehr der Partner beginnt das Paarungsverhalten mit eindrucksvollen Schauflügen, die man nahe der Horstplätze auch im Thayatal beobachten kann.

Spannend ist die Frage, wo die Schwarzstörche den Winter verbringen. Aufschluss darüber liefern eine Telemetrie-Studie in Tschechien (African Odyssey Project von M. Bobek) sowie eine Auswertung des Zugverhaltens der Schwarzstörche, die von BirldLife Österreich durchgeführt wurde. Das Thayatal liegt demnach im Bereich der Europäischen Zugscheide, welche Westzieher, die über Gibraltar nach Westafrika fliegen, von jenen trennt, die über den Bosporus und dem Sinai bis zum Nil oder weiter in den Sudan fliegen. Ein kleiner Teil der Westzieher fliegt auch über Süditalien und Sizilien bzw. über den Balkan in die afrikanischen Winterquartiere. Diese Route ist zwar kürzer, wird aber aufgrund der fehlenden Thermik über der längeren Mittelmeerstrecke weniger genutzt.

Da die Schwarzstorch-Population im Thayatal sehr eng mit jener in Tschechien verbunden ist, ist davon auszugehen, dass die Forschungsergebnisse auch im Thayatal zutreffen und die Störche sowohl über Gibraltar als auch über den Bosporus ziehen. In Tschechien wurde sogar ein Schwarzstorch-Paar beobachtet, bei dem das Weibchen nach Westafrika und das Männchen nach Ostafrika geflogen ist. Auch die Jungtiere suchen unabhängig von den Elternvögel ihr Winterquartier auf.

Um die Schwarzstörche im grenzüberschreitenden Nationalpark beobachten zu können, reicht mitunter ein kurzer Sommeraufenthalt in Hardegg. Die Altvögel sind ab Juni intensiv mit der Nahrungsversorgung der Jungtiere beschäftigt. Die Tiere können somit häufig beim Überflug über Hardegg beobachtet werden. Mitunter sieht man sie auch von der Thayabrücke aus beim Fischen in der Thaya.
"Für die Bewohner von Hardegg ist der Schwarzstorch ein vertrauter Anblick. Dement¬sprechend groß ist die Freude, wenn er nach der langen Winterpause wieder an der Thaya zu sehen ist und die Botschaft vom Frühling mit sich bringt!" freut sich Nationalparkdirektor Christian Übl über seine Wiederkehr im Thayatal.