Nationalpark Thayatal

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Vogel-Monitoring im Nationalpark Thayatal zeigt erste erfreuliche Ergebnisse - Adler, Specht und Uhu kehren zurück


Nationalpark Thayatal | Aktuelles


Schwarzspecht
Schwarzspecht
Im Nationalpark Thayatal nutzen österreichische und tschechischen Kollegen jetzt die Zeit im Winter, um die Bestände der Eulen und Großvögeln im grenzüberschreitenden Nationalpark Thayatal zu erheben.

Diese umfangreichen Forschungen finden nur alle 10 Jahre statt, dabei werden ausgewählte Arten wie Adler, Spechte, Falken und Uhus das ganze Jahr über gezählt und beobachtet. "Erste Daten zeigen schon jetzt erfreuliche Ergebnisse, geschützte Arten fühlen sich im Thayatal wohl und kehren wieder zurück. Ein toller Erfolg für unser Naturland Niederösterreich," so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

In den klaren Winternächten sind zum Beispiel die Paarungsrufe des Uhus sehr gut zu hören und örtlich einzugrenzen. Bei der letzten Erhebung 2010 konnten insgesamt 10 Uhu-Reviere im Thayatal verortet werden. Am Beginn der Nationalpark-Ausweisung im Jahr 2000 waren es nur 7 Brutreviere.

"Die aktuelle Untersuchung wird Ende Dezember 2020 abgeschlossen. Wir sind schon sehr auf die endgültigen Ergebnisse gespannt, da sie die natürliche Entwicklung des Nationalparks widerspiegeln. Prinzipiell können wir davon ausgehen, dass viele seltene Vogelarten durch die Wildnisentwicklung des Nationalparks profitieren. So konnten bei einer Winterbegehung unsere Mitarbeiter an einem Tag sechs verschiedene Seeadler im Thayatal feststellen, auch der Wanderfalke ist immer häufiger im Thayatal zu sehen." freut sich Nationalparkdirektor Christian Übl.

Im Winter gehen viele Tierarten sparsam mit ihren Reserven um. Aufgrund der Kälte und der geringeren Nahrungsressourcen schränken sie ihre Aktivitäten ein. Allerdings beginnt bei vielen Tierarten am Ende des Winters auch die Paarungszeit, die mit erhöhter Aktivität verbunden ist. Der Grund dafür ist, dass sich Balz, Paarung, Brutzeit bzw. Jungenaufzucht und -entwicklung zeitlich ausgehen muss. Da im Winter die Blätter auf den Bäumen fehlen, gibt es nun auch ideale Bedingungen, um größere Nester und Horste auszuforschen. Die Forscher durchstreifen daher die Hänge und Gräben des Thayatals um Ausschau nach den Horsten des Schwarzstorchs und anderer Großvögel zu halten. Ein besonderes Augenmerk liegt bei der aktuellen Kartierung auch bei den Spechten, da einige von ihnen gute Indikatoren für die hohe Naturnähe des Thayatals sind.

Die letzte Untersuchung erfolgte 2010, seither hat sich vieles im Landschaftsbild des Nationalparks geändert. Fichtenforste wurden durch gezieltes Management in naturnahe Laubwälder umgewandelt. Nach dem Eisbruch 2014 blieben die umgestürzten Bäume auf den Hängen liegen. Sie bieten nun Nahrung und Lebensraum für viele zum Teil sehr seltene Arten wie z. B. Hirschkäfer, Wildbienen, Spechtarten, Hohltauben, Fledermäuse und auch die Wildkatze. Bereits 2009 konnte man einen Anstieg der Wildnis-Arten feststellen. So hat sich auch der Bestand des Mittelspechtes in den ersten zehn Jahren verdoppelt.